6. Newsletter GEN Deutschland

Dezember 2018

Liebe FreundInnen von GEN Deutschland,

schon lange habt Ihr nichts mehr von uns gehört… nun  kommen wir pünktlich zu Weihnachten mit frischen News aus unserem Netzwerk. Und wir haben gute Vorsätze für das nächste Jahr, zwei Mal im Jahr wollen wir Euch informieren, was so passiert – im Netzwerk, aber auch in unseren mittlerweile 15 Mitgliedsgemeinschaften.

Grund für die lange Pause war eine Umstrukturierung unseres gesamten Netzwerkes und die Neugründung eines Arbeitskreises für Öffentlichkeitsarbeit. Bisher gab es einen fünfköpfigen Vorstand, der auch den Newsletter herausgegeben hat. Jetzt ist GEN Deutschland in verschiedenen Arbeitskreisen soziokratisch organisiert. Es gibt nun einen Lenkungskreis und dieser musste seine Aufgaben erst wieder neu definieren. Unser Arbeitskreis Öffentlichkeit ist nun aufgestellt und macht sich mit viel Elan daran, wieder vermehrt in der Öffentlichkeit präsent zu sein, regelmäßig über diesen Newsletter über unsere Aktivitäten zu berichten, auf wichtigen Veranstaltungen präsent zu sein und unsere Außendarstellung – zum Beispiel unsere Website – gründlich zu überarbeiten und zu aktualisieren. Ein Besuch unserer schönen neuen Website lohnt sich demnächst!

Wie das nun genau mit der Soziokratie in GEN funktioniert und einiges mehr könnt Ihr heute hier lesen.

Wir wünschen Euch eine inspirierte Adventszeit mit viel Verbindung,

das Team der Öffentlichkeitsarbeit von GEN Deutschland
mit
Stefanie Raysz (Schloss Tempelhof)
Kariin Ottmar (Ökodorf Sieben Linden)
Barbara Stützel (ZEGG)
Gerhard von Bültzingsloewen (Nature Community)
Thomas Penndorf (LebensGut Cobstädt)
Valle (Gemeinschaft Sulzbrunn)
Moritz Michels (Schloss Tempelhof)

EU Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)

Liebe Leserin, lieber Leser,

vermutlich wurdest auch Du bereits mehrfach mit nachfolgender Information bombardiert. Mit der Europäischen Datenschutzgrundverordnung EUDSGV trat ab dem 25. Mai 2018 eine neue Richtlinie zur Nutzung und zum Schutz der persönlichen Daten in Kraft.

Sehr gerne informieren wir dich auch in Zukunft über unsere Veranstaltungen und sonstige Neuigkeiten per E-Mail. Solltest Du jedoch mit der Verwendung deiner Daten zu diesen Zwecken nicht mehr einverstanden sein, melde Dich bitte unter diesem Link ab. Deine Daten werden dann direkt aus dem Verteiler gelöscht.

Wenn Du dich nicht abmeldest, gehen wir von deinem Einverständnis aus, Dir weiterhin unseren Newsletter senden zu dürfen.

Für weitere Informationen, empfehlen wir Dir, den vollständigen Text unserer Datenschutzerklärung zu lesen.

Herzlichen Dank für Dein Vertrauen.
Dein GEN-Deutschland Team

Inhalt

Einladung und save-the-date: GEN Deutschland Netzwerktreffen 2019 + GEN Gemeinschaftwerkstatt 2019

Neuigkeiten aus unserem Netzwerk
– Soziokratie und gewählter GEN D-Lenkungskreis
– Herbsttreffen GEN Deutschland in der Nature Community
– Neuanfang in der Nature Community
– Aktuelles GEN Deutschland-Projekt „Leben in zukunftsfähigen Dörfern“ ist erfolgreich zu Ende gegangen

Unsere Öffentlichkeitsarbeit
– Wir waren dabei und sind Teil des Netzwerkes: 3. Netzwerktreffen des Kompetenzzentrums Nachhaltiger Konsum
– Wir waren dabei und sind Teil des Netzwerkes: Wandelkonferenz in Sulzbrunn

Unser besonderer Beitrag: Können Ökodörfer die Welt bewegen?
– Mara Löffler hat als Kind und Jugendliche im Umfeld des ZEGG gelebt – und kehrt jetzt Jahre später wieder zurück. Warum, beschreibt sie hier.

Einladung und save-the-date: GEN Deutschland Netzwerktreffen 2019 + GEN Gemeinschaftwerkstatt 2019

Auch im kommenden Jahr wird es wieder unsere zwei großen Veranstaltungen geben, zu der wir die Öffentlichkeit einladen: Unser drei-tägiges Netzwerktreffen und die Gemeinschaftswerkstatt: GEN Deutschland Netzwerkttreffen: 13. – 16.Juni 2019 und unsere GEN Gemeinschaftswerkstatt 27. – 30.Juni 2019

GEN Deutschland Netzwerkttreffen: 13. – 16. Juni 2019 in unserer neuen Mitgliedsgemeinschaft Windberg

Mitreden, Mitdenken, Mitmachen, Mitlachen, Mit… – und noch viel mehr gibt’s zu erleben rund um drängende, wichtige Gesellschafts- und Gemeinschaftsthemen. Beim nächsten Netzwerktreffen in der Gemeinschaft Windberg treffen wir uns für ein inspirierendes, verbindendes Miteinander mit Kopf, Herz und Hand! Und ihr seid alle herzlich dazu eingeladen dabei zu sein und mitzuwirken. Weitere Infos und Anmeldemöglichkeit sowie Informationen zur gastgebenden Gemeinschaft Windberg findet demnächst auf der Windberg-Website: http://www.windbergev.de/.  und natürlich auch auf unserer Website: https://www.gen-deutschland.de/

Einladung zur GEN Gemeinschaftswerkstatt – Gestaltungsprinzipien für eine Welt von morgen

Zu Gast in der Zukunftswerkstatt Tempelhof vom 27.-30.06.2019

Wie soll die Welt aussehen, in der Du morgen leben möchtest? Welche Werte gelten in der Welt, in der Deine Kinder und Enkelkinder leben wollen? Nach welchen Gestaltungsprinzipien bauen wir unsere Welt von morgen auf? Welche Ansätze und Werkzeuge sind dabei hilfreich? Wie gelingt Gemeinschaftsaufbau?

Diesen Fragen werden wir gemeinsam in der GEN Gemeinschaftswerkstatt vom 27.-30.06.2019 in der Zukunftswerkstatt Schloss Tempelhof nachgehen. Anmeldung

Wir eröffnen einen gemeinsamen Forschungsraum, in dem wir unsere eigenen Sehnsüchte und Hoffnungen sichtbar machen und hinterfragen. Auf dieser Basis sammeln wir bestehende Ansätze und Prinzipien für eine lebenswerte Gestaltung der Zukunft und bieten Raum für gegenseitigen Austausch und Lernen. Gemeinschaftlicher Projektaufbau und viele andere wichtige Fragen und Anliegen rund um das Thema gemeinschaftliches Leben und Arbeiten spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in der Gemeinschaftswerkstatt.

Mit dabei sind GemeinschaftsberaterInnen aus verschiedenen Gemeinschaften in Deutschland und Menschen aus der Gemeinschaft Schloss Tempelhof, die ihre Erfahrungen in Workshops und Beiträgen praxisnah weitergeben.

Die Gestaltung der Seminartage liegt jedoch bei der Gruppe als Ganzes: Gemeinschaft wird wahrhaftig erfahrbar, wenn sie real gelebt wird. Daher wird vieles im Open Space Format stattfinden; die Teilnehmer entscheiden selbst welche Workshops stattfinden sollen und bieten selbst Workshops an. Darüber hinaus gibt es einen Markt der Möglichkeiten, auf dem ihr Eure Initiative oder Gemeinschaft vorstellen könnt. Den Rahmen für das Programm gestalten wir ebenfalls als Gruppe gemeinsam: auch Singen, Feiern und Raum für Begegnung wird nicht zu kurz kommen!

Inhaltliche Aspekte könnten sein:

  • Wie leben wir in Zukunft mit der Natur? Wie können wir Teil der Natur sein, uns von ihr ernähren und uns in ihr bewegen, ohne sie zu zerstören?
  • Wie wollen wir in Zukunft miteinander umgehen? Wie geht authentische Gemeinschaft, wie geht echter Kontakt, ohne mich selbst zu verlieren und ohne den Anderen verändern zu wollen?
  • Wie gelingt Gemeinschaftsgründung? Wie verbinden sich rechtliche Fragen mit dem sozialen Willen?
  • Wie können wir wieder lernen, uns selbst zu lieben und damit Frieden schließen in der Welt?
  • Wie geht Entscheidungsfindung in heterogenen Gruppen? Wie funktioniert ein sozialer Ausgleich bei großer Vielfalt?
  • Wie können wir gesellschaftliche Herausforderungen im Kleinen angehen? (soziale Ungleichheit, Einkommensunterschiede, Altersvorsorge,…)
  • Wie kann Geld wieder dem Menschen dienen und nicht der Mensch dem Geld? Wie geht ökonomische Transformation?
  • Welche Bedingungen fördern die gelebte Spiritualität im Alltag?
  • Wie gehen wir mit unseren Kindern um? Wie können wir „aus dem Weg gehen“, um ihrer Entwicklung nicht im Wege zu stehen?

Wir freuen uns auf Euch und das gemeinsame Erforschen für eine lebenswerte Zukunft!!

Euer Veranstaltungsteam vom Tempelhof. Hier Anmelden

Neuigkeiten aus unserem Netzwerk

Soziokratie und gewählter GEN D-Lenkungskreis

Kreise, Kompetenz, Konsent – Kultur des Neuen bei GEN Deutschland

von Stefanie Raysz (Schloss Tempelhof)

Es ist Mai 2018, in der Gemeinschaft Sulzbrunn findet die jährliche Mitgliederversammlung von GEN* Deutschland (Global Ecovillage Network, Dachverband der Ökodörfer) statt. Die Turnhalle dort ist voller Menschen. Neun davon lösen sich aus der Menge und stellen sich in einen Mittelkreis. Es kehrt Ruhe ein, die Leute schauen sich an, die Stimmung ist feierlich. Dann wird laut geklatscht, gejubelt und gesungen – die Suche nach einem neuen Lenkungsgremium war erfolgreich.

Nun, auf den ersten Blick ist das nichts Besonderes: Kreise, die Arbeitsaufgaben lösen, Menschen, die wählen und gewählt werden, feiern, dass etwas geschafft wurde – nichts Neues, oder? Und doch: Wer genauer hinschaut, kann Elemente einer neuen Kultur entdecken…

Im Netzwerk von GEN Deutschland ist der Wille zur Veränderung spürbar, der Wunsch nach Weiterentwicklung seiner demokratischen Prozesse. Die bisherige Hierarchie mit ihrer Bürokratie und den wachsenden Pflichten für Verantwortliche ermüdet viele Mitglieder. GEN will sich die Frage beantworten, wie die anfängliche Euphorie für verschiedenste Aufgaben und selbstbestimmte Kreativität langfristig erhalten werden kann. Gibt es eine Möglichkeit, wirklich jeden einzelnen Menschen in der Organisation zu hören und möglichst viele in die Arbeit zu integrieren? Kann der individuelle und kollektive Gestaltungswille besser oder anders unterstützt werden?

Gleichzeitig stellt sich für GEN Deutschland die Herausforderung, das Wohl, die Verbindung des ganzen Netzwerks aus heute 15 Gemeinschaften zu achten. Dazu gehört auch, effektives Tun zu gewährleisten (und nicht zu bremsen) und dennoch, oder gerade darum, demokratisch zu entscheiden. Die Erfahrung zeigt ja, dass Vereine und hierarchisch formierte Organisationsformen Gefahr laufen, zu fragmentieren. Mehrheiten entscheiden über Minderheiten, und es entstehen top-down Kontrollinstanzen. Es ist keine leichte Aufgabe, andere Wege der Lösungsfindung, neue Arbeitsstrukturen und eine wirkliche Selbstverwaltung der Gemeinschaften neu zu denken. Und genau hier kommt die Soziokratie ins Spiel.

In den 1940er Jahren in Holland entwickelt und auch Soziokratische Kreisorganisationsmethode (SKM) genannt, verspricht die Soziokratie, einige dieser Anforderungen zu erfüllen. Sie erlaubt einen konsentgesteuerten, zirkulären Prozess, bei dem gleichberechtigte Mitglieder einer Organisation eine Aufgabe gemeinsam lösen.

Der Verein GEN Deutschland wollte und musste in diesem Frühjahr ein neues Entscheidungsgremium, sprich einen Vorstand, für die nächsten zwei Jahre wählen. Forderung aus einem vorherigen Mitgliederbeschluss dafür war, dass nicht mehr er allein „alles über alle“ entscheiden sollte. GEN war entschlossen, als „große Gruppe“ im Mai 2018 soziokratisch zu wählen und die Vereinsvorgaben zu erfüllen. Im Prozessjargon heißt das: Die Wahlen wollen ohne Abstimmungen auskommen, Argumente und nicht die Anzahl der Stimmen sollen zählen. Die für ein „Amt“ oder eine Funktion vorgeschlagene Person wird per Konsent, also einer Entscheidung in Abwesenheit gravierender Einwände, in den nächsten (höheren) Kreis vorgeschlagen.

Der Kreis ist das wesentliche Element dieses Versammlungs- und Entscheidungsprozesses. Er bietet die Plattform für individuelle Beteiligung, Meinung und Verbindung aller Mitentscheidenden. Wichtig für den Prozess ist, dass immer vorher klar sein muss, was passieren soll. Für den Lenkungskreis, dem nun erweiterten Vorstand bei GEN, wurden Rollen, Aufgaben und Anforderungen im Konsent verabschiedet. Der Kreis der Mitglieder nominierte in offenem Gespräch Menschen, die diesen Bildern und erforderlichen Qualifikationen entsprechen. Vertrauen, Respekt und wohlwollende Transparenz als Basis, führte dieser Prozess zu einer Würdigung der gewählten Menschen.

GEN Deutschland sucht seine Aufgabenbereiche verstärkt in Themen, die sich inhaltlich an den vier Säulen der Nachhaltigkeit orientieren. Sie spiegeln sich auch im „GEN Nachhaltigkeits-Mandala“ und den Prinzipien und Orientierungskriterien der Ökodörfer wider. So beteiligen sich die Mitglieder heute in den Arbeitskreisen (AK) Ökologie, Ökonomie, Kunst und Kultur sowie Soziales (www.gen-deutschland.de/wer-wir-sind/). Der fünfte Arbeitskreis, Öffentlichkeitsarbeit und Presse (ÖK), greift die Aufgabe, die Inhalte, Projekte und Interessen der anderen AKs auf und ist die Schnittstelle zwischen innen und außen, als Verbindung zwischen Netzwerkinterna und der Öffentlichkeit.

Neun Menschen aus GEN Deutschland bilden den Lenkungskreis:

die drei (juristische) Vorstände (Magdalena in Pause)

und fünf Delegierte der Arbeitskreise

Die Bandbreite der Themen in GEN ist groß und umfasst den Gemeinschaftskörper, Solidarität, Kooperationsformen und Experimentierfelder einer nachhaltigen Gesellschaft. Dazu gehört beispielsweise der Austausch zu Forschungsergebnissen, zu Werkzeugen der Konfliktlösung, Kommunikation und Entscheidungsfindung, zur Sicherstellung von Zugang zu ganzheitlicher Bildung und einem neuen Umgang mit unserer Umwelt. Gemeinsam möchten die Mitglieder alternative Systeme zum aktuellen Wirtschafts- und Geldsysteme erforschen mit Fokus auf lokalen Wirtschaftskreisläufen. Ziel des Vereins ist auch, Menschen, die nicht in Gemeinschaften wohnen, praktische und experimentelle Erfahrungen neuer Verhaltens- und Wirtschaftsweisen zu ermöglichen. GEN-Kooperationen mit lokalen Netzwerken helfen, vielen Menschen eine hier gelebte Teil-, Tausch- und Schenkökonomie näher zu bringen.

Du hast Lust mitzumachen oder dich näher über GEN zu informieren? Dann komme zu unseren Netzwerktreffen (2019 vom 13.-16.Juni). Dort gibt es die Möglichkeit, in Projekte einzutauchen, einen Geschmack der Gemeinschaftsthemen zu erhalten und direkt zu erleben, wie Soziokratie funktionieren kann.

Herbsttreffen GEN Deutschland in der Nature Community

von Barbara Stützel (ZEGG)

„Wir sind gerade ziemlich in der Krise.“ „Bei uns ist es genauso!“ „Wir waren da vor ein paar Jahren, aber inzwischen sind wir durch.“

Gesprächsthemen unter Gleichgesinnten – beim diesjährigen Netzwerktreffen des Global Ecovillage Network Deutschland ging es wieder hoch her. Zwei Mal jährlich treffen sich inzwischen Vertreter der 15 Mitgliedsgemeinschaften. Während im Frühsommer das Treffen auch für alle Interessierte offen ist, um sich zu den Themen Gemeinschaft zu informieren, geht es im Herbst um einen intimeren Austausch nur unter den Mitgliedsgemeinschaften. Ca. 35 Menschen hatten sich hierzu vom 18. bis 21. Oktober 2018 in der Nature Community in Schönsee/ Oberpfalz getroffen. Im ehemaligen Jagdhotel tagten wir ganz fürstlich – bei veganer Küche. Ein Widerspruch? Immer wieder ist das Gemeinschaftsleben von Widersprüchen geprägt, wenn finanzielle Engpässe die doch schönere Freizügigkeit in die Grenzen weisen, wenn Bauvorschriften Gemeinschaftsträume zerstören oder schlichtweg die (Wo)Man Power für all die Aufgaben fehlt und so manche Gemeinschaft mehr organisiert als die mehr ersehnten sozialen Räume pflegt. All diese Themen konnten besprochen und miteinander getragen werden, Lösungsansätze und –wege wurden immer gleich mitgedacht. So gab es viel Unterstützung untereinander.

Und so vielfältig wie das Gemeinschaftsleben war auch dieses Treffen: Begonnen hatte es mit einer „Älternschule“ – einem Lernraum für Erwachsene im Umgang mit Kindern, den Lena Gebhardt aus dem ZEGG gestaltete. Ebenfalls traf sich der Lenkungskreis von GEN Deutschland sowie die Arbeitskreise Ökonomie, Ökologie, Soziales, Kultur und Öffentlichkeitsarbeit. Diese Arbeitskreise bilden die soziokratische Grundstruktur des Vereins. Es wurden weitere Arbeitsschritte festgelegt – und Strategien geklärt. Der AK Ökologie hatte sich erst kurz vorher drei Tage lang getroffen und so konnten zu Beginn des großen Treffens alle Arbeitskreise ihre Ergebnisse mit den anderen teilen. Dann folgten morgens Qi Gong, Tanzen und ein Dream Council, tagsüber Austausch zu Themen von „Umgang mit Traumatisierung“ bis zu „Kooperationen bundesweit – wie und wo kann GEN noch mehr wirken?“ und abends Erholung, Entspannung, Feiern. Hier konnte das ehemalige Jagdhotel mit seinem Wellness Bereich  punkten – magisch verzauberten die Gastgeberinnen das Schwimmbad mit Außenterrasse in einen Zeremonienplatz, auf dem Feuer brannten, Kakao gereicht wurde und in der anschließenden Klangreise Wünsche bekräftigt und abgeschickt wurden. Whirlpool und Sauna sowie Tanz ergänzten die Abende, so dass wieder einmal fühlbar wurde – in Gemeinschaft leben ist ein ganzheitliches Leben.

Am letzten Tag wurde die Nature Community noch mit einer Kunstaktion beschenkt und (schon ganz traditionell) die neu aufgenommen Mitgliedsgemeinschaften mit einem Obstbaum aus dem Lebensgut Cobstädt. Mögen sie mit den neu entstandenen und weitergeführten Freundschaften wachsen und gedeihen.

Neuanfang in der Nature Community

von Gerhard von Bültzingsloewen (Nature Community)

Eine neue Kultur. Eine Kultur des Vertrauens und der Kooperation. Eine Kultur des Friedens im globalen Sinne, erfahrbar im eigenen Umfeld. Wir in der Nature Community arbeiten an einem konkreten und funktionierenden Ort, an dem diese Kultur lebendig werden kann. Und wir laden ein: Gemeinschaftsinteressierte Menschen, die uns unterstützen wollen und unsere Vision kraftvoll mit uns in die Welt tragen, die sich unserer Gemeinschaft im Aufbau anschließen. Unser wichtigstes aktuelles Projekt ist der Ausbau unseres größten Seminarraums zu einem Begegnungsort dieser neuen Kultur – hier suchen wir Förderer, Unterstützer, Investoren.

Seminare und Veranstaltungen die einen sozialen, kulturellen und politischen Wandel im Bewusstsein anstoßen, sind bei uns durch das transformationsoffene und geschützte Gemeinschaftsfeld vertrauensvoll gehalten und willkommen. Diese zutiefst menschliche und intime Pionierarbeit einer neuen Kultur braucht Einbettung in ein reales und beständiges Alltagsumfeld — down to earth.
Der thematische Schwerpunkt unserer Veranstaltungen liegt bei Musik und Bewegung, Yoga und Körperarbeit, Liebes- und Beziehungskultur, Gemeinschaftsbildung und Persönlichkeitsentwicklung, Ernährung und Ökologie.
Ein besonderes Highlight war im November das Seminar der globalen Liebesschule aus Tamera “Das verbotene Tor der Lust – Eros und Liebe als gesellschaftliche Transformationskraft” mit Sabine Lichtenfels und Benjamin von Mendelssohn. Rund 100 Liebesforscherinnen und Liebesforscher aus dem gesamten deutschsprachigen Raum kamen dafür zu uns nach Schönsee in die Oberpfalz.
Seminarleiter, Veranstalter und Geburtshelfer einer neuen Kultur haben eine tiefe innere Reise angetreten. Sie haben Wissen, Heilkraft und Medizin erlangt, die zum Wohle des Ganzen geteilt werden will. Die Nature Community möchte das rückkoppelnde Umfeld dafür sein, eingebettet in ursprünglicher Natur, abseits vom Trubel der Städte, in liebevoll gestalteten Räumen.

Wir bauen unseren 600 m² großen Veranstaltungssaal („Fassl“ genannt) für bis zu 350 Gäste um und statten ihn ansprechend mit einem temperierten Schwingboden aus.

ALT:

NEU:

Der Umbau wird trotz überwiegend ehrenamtlicher Tätigkeit rund 40.000 EUR kosten, die spätestens innerhalb von zwei Jahren wieder rückfließen sollen. Zahlreiche konkrete Anfragen für Buchungen großer Seminare liegen bereits vor.

Es gibt viele Menschen die eine tiefe unerfüllte Sehnsucht in ihrem Herzen tragen. Das Bedürfnis, Teil von etwas Größerem zu sein, das von wahrer Bedeutung ist und einen tieferen Sinn erfüllt. Visionäre und wache Helfer, die ein Leben im bestehenden System gewählt haben. Sie haben erkannt, dass die nötige Pionierarbeit zu einer neuen Kultur aus dem System heraus Unterstützung braucht.
Du kennst dieses Bedürfnis?
Durch Deinen finanziellen Beitrag findet deine Sehnsucht einen realen Rahmen hier in der Nature Community. Es gibt vielfältige Möglichkeiten dieses Projekt z.B. durch Spenden oder Darlehen zu unterstützen. Mehr Infos dazu gibt es hier. Und hier geht´s direkt zum Crowdfunding fürs Fassl.

Gleichzeitig zum äußeren Umbau sind wir im Prozess der Neujustierung der visionären Ausrichtung. Die einzelnen Werte, die der unverändert gültigen der Mission der Friedensarbeit folgen, schreiben wir fort und formulieren wir präziser.
Nach 2,5 Jahren Pionierphase ist das ein perfekter Zeitpunkt, um in unser Gemeinschaftsprojekt einzusteigen und am spannenden Neugestaltungsprozess aktiv mitzuwirken. Wir suchen insbesondere Profis aus den Bereichen Hotel, Eventbetrieb und Gastronomie sowie Handwerker. Auch Gemeinschaftsinitiativen in Gründung, die noch keinen Platz haben sind eingeladen, die Nature Community zu kontaktieren – unser Platz in Schönsee hat viel Kapazität und Potenzial, um große Visionen Wirklichkeit werden zu lassen!

Aktuelles GEN Deutschland-Projekt  „Leben in zukunftsfähigen Dörfern“ ist erfolgreich zu Ende gegangen

von Stella Veciana (Ökodorf Sieben Linden)

Das vom Umweltbundesamt geförderte Projekt „Leben in zukunftsfähigen Dörfern“ beabsichtigt die seit Jahrzehnten weltweit gesammelten Erfahrungen des Ökodorf-Netzwerkes GEN in fünf partnerschaftlichen Kooperationen zwischen jeweils einem Ökodorf und einem gewachsenen Nachbardorf verfügbar zu machen.

Zielgruppe des von GEN Deutschland e.V. initiierten Projekts sind ländliche Gemeinden, in welchen Abwanderung und Überalterung, Verlust an Kulturlandschaft und ökologischer Vielfalt sowie soziale und kulturelle Stagnation zu einer schleichenden Not der Bevölkerung sowie ihrer natürlichen Lebensgrundlagen führen.Von einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz ausgehend und mit einem praxisnahen Methoden-Werkzeugkasten arbeitend, unterstützt die Initiative Möglichkeiten einer Trendwende auf dem Lande etwa in Form eines Dorfgemeinschaftshauses, eines Bio-Dorfladens, einer Mitfahrbank oder ortsteileigener Pflanzenkläranlage.

In der ersten Projektphase wurde in interaktiv gestalteten Workshops eine „Nachhaltigkeits-Evaluation“ der zehn bundesweit teilnehmenden Dörfer vorgenommen. Die Struktur dieser Bestandsaufnahme beruht auf dem Nachhaltigkeitsdiagramm von GEN: den vier Dimensionen der Nachhaltigkeit, die jeweils in sechs Nachhaltigkeitskriterien unterteilt sind. Zu jedem Nachhaltigkeitskriterium, beispielsweise „nachhaltige Mobilität“, wurden die jeweiligen Herausforderungen, Stärken und Ideen im Dorf ermittelt, um ein Gesamtbild des dringendsten Handlungsbedarf im ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Bereich festzustellen. Als größter Handlungsbedarf der gewachsenen Dörfer ergab sich im Bereich Ökologie die „nachhaltige Mobilität“, bei Ökonomie „lokales Wirtschaften“, im Sozialen „transparente und inklusive Entscheidungsprozesse“ und bei Kultur eine „Gemeinsame Ausrichtung“.

In der zweiten Projektphase wurden unter Einbeziehung lokaler Akteur*innen und regionaler Partner*innen konkrete Umsetzungsideen für Projekte in Form von “Dorf-Nachhaltigkeitsplänen” entwickelt. Diese wurden als partizipativer, sich kontinuierlich weiter entwickelnder Dorf-Aktionsplan konzipiert. Das neuartige Dorfentwicklungs-Werkzeug dient dem Aufbau langfristiger, befruchtender, persönlicher und institutioneller Kooperationsbeziehungen. In den Nachhaltigkeitsplänen der fünf gewachsenen Dörfer wurden insgesamt 41 Projektideen und fünf Modellprojekte beschrieben und die Wirkung jedes Projektes auf die vier Dimensionen der Nachhaltigkeit ausgewertet.

Insgesamt fanden in den Dörfern im Rahmen des Projekts „Leben in zukunftsfähigen Dörfern“ 77 lokale Veranstaltungen mit ca. 1 600 Teilnehmer*innen sowie sechs bundesweite Veranstaltungen mit ca. 150 Teilnehmer*innen statt. In der in Berlin stattfindenden Abschlusskonferenz im September 2018, wurden die Projektergebnisse und -Kernthesen für eine nachhaltige Dorfentwicklung vorgestellt und diskutiert. Hervorgehoben wurde u.a. die Relevanz einer bundesweiten Netzwerkbildung durch einen Schulterschluss der Initiativen für eine zukunftsfähige Dorfentwicklung. Das gelungene Experiment wurde mit einer durch das Umweltbundeamt finanzierte Projektverlängerung bis Ende Februar 2019 gekrönt, während der ein Spielkarten-Set für die Bestandsaufnahme gestaltet und eine Veröffentlichung entstehen sollen. Letztere wird die gewonnen Projekt-Erfahrungen hinsichtlich des Projektprozesses und der Rolle der „Pioniere des Wandels” zusammenfassen.

Die vom Projekt entwickelten Instrumente der Dorfentwicklung finden ein ausgesprochen reges Interesse bei Dorfbewohnern sowie Vertreter aus Politik und Wissenschaft wo immer sie auch präsentiert wurden, vom Netzwerk21Kongress in Dessau bis zur Konferenz: “Entvölkerung auf dem Lande – das Verlassene wieder zum Leben bringen” in Pamplona, Spanien. Auch auf der Konferenz der Akteure 2019 in Berlin am 29. November 2019 wurde das Projekt einem interessierten Publikum vorgestellt.

Die Ergebnisse sind im Film über das Projekt „Leben in zukunftsfähigen Dörfern“ zu sehen. Hier finden sie einen ausführlicheren Artikel. Für Fragen wenden Sie sich gerne an: uba@gen-deutschland.de

Link zu Artikel: Veciana, S. / Strünke, C. (2018): „Leben in zukunftsfähigen Dörfern. Ein Modellprojekt zur Unterstützung nachhaltiger ländlicher Entwicklung”. In: Neue Ansätze für die Dorf- und Regionalentwicklung, Agrarsoziale Gesellschaft e.V. ASG, Göttingen, 03/2018, S. 26-29.

Unsere Öffentlichkeitsarbeit

Wir waren dabei und sind Teil des Netzwerkes: 3. Netzwerktreffen des Kompetenzzentrums Nachhaltiger Konsum

von Kariin Ottmar (Sieben Linden) und Valle (Sulzbrunn)

GEN Deutschland war eingeladen am  3. Nationalen Netzwerktreffen des Kompetenzzentrums Nachhaltiger Konsum – unter dem Motto „Gemeinsam aktiv für nachhaltigen Konsum“, am  Montag 05.11.18 , teilzunehmen. Doch wir haben nicht nur teilgenommen, sondern wurden auch eingeladen, unser Netzwerk im Rahmen eines offenen Forums vorzustellen. Zur Teilnahme eingeladen waren rund 200 Akteur*innen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und der Zivilgesellschaft.

Im Rahmen solcher Veranstaltungen werden in der Regel eher mainstreamnahe Akteur*innen eingeladen sich zu präsentieren. Umso erfreulicher, aber auch erstaunlicher, war es, dass unser Netzwerk ebenfalls die Gelegenheit bekam, sich im Rahmen eines (von nur vier) offenen Foren zu präsentieren.

Das Netzwerktreffen war in vier Phasen eingeteilt und dazu gedacht, Vernetzung und Kooperation zu stärken und den Netzwerkakteur*innen die Gelegenheit zu geben, ihre Projekte und Organisationen vorzustellen und zu diskutieren. Dazu wurden verschiedene Formate angeboten. Der Beginn der Veranstaltung bot einen Überblick über ausgewählte Leuchtturmprojekte und -initiativen, die von den Ministieren im Kontext des Nationalen Programms Nachhaltiger Konsum (NPNK) initiiert und von den jeweiligen Ressortvertretern vorgestellt wurden.

Das Besondere an diesem Nationalen Programm ist, dass es erstmalig gelungen ist, das Thema Nachhaltigkeit bzw. Nachhaltigen Konsum als Querschnittthema quer durch fünf Ministerien zu verankern und im Rahmen eines interministeriellen Koordinationskreises das Thema weiter voranzubringen. Dies könnte, optimistisch betrachtet als ein entscheidender Wendepunkt gesehen werden, da beim Thema Nachhaltigkeit bisher ressortübergreifende Aktivitäten und Strategien nicht vorhanden waren. Es bleibt zu hoffen, dass dieser wichtige Ansatz auf allen Dimensionen der Nachhaltigkeit endlich in der poltischen Landschaft Deutschlands Schule macht und sich entscheidend etwas bewegt. Die Zeit ist reif dafür!

Während der Vormittag mit ‚Moderierten Foren‘, in denen einzelne Organisationen ihre Projekte vorstellen und auf Publikumsfragen antworten konnten, wenig Austauschmöglichkeit bot, eröffnete der Nachmittag in offenen Foren die Möglichkeit in Austausch zu kommen.

Parallel zu den offenen Foren konnten sich die Teilnehmer*innen in einem Speeddating miteinander bekannt machen, Kontakte knüpfen und Schnittpunkte für Vernetzung und Kooperationen entdecken. Auch auf dem ‚Markt der Möglichkeiten‘, auf dem wir auch einen Stand hatten, gab es die Möglichkeit zum weiteren Austausch und Vernetzung, die wir reichlich nutzten. Abgerundet wurde die eng getaktete Veranstaltung von beeindruckenden Improtheaterdarstellern, die trotz des ernsten Themas für eine gute Laune sorgen konnten.

Offenes Forumsangebot von GEN – Das Global Ecovillage Network – gemeinsam nachhaltig leben und arbeiten.

Bemerkenswert ist, dass GEN überhaupt die Möglichkeit bekommen hat, auf diesem Netzwerktreffen zwei offene Foren anzubieten. Die Veranstalter konnten aus einer Vielzahl von Angeboten auswählen, es wurden jedoch nur vier Akteur*innen aussucht, die die Möglichkeit erhielten, ein offenes Forum zu gestalten.Im Rahmen dieses Forums haben wir die Gelegenheit genutzt GEN mit seinem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz der vier bzw. fünf Dimensionen der Nachhaltigkeit anhand von Praxisbeispielen und vielen Bildern zu veranschaulichen.
Von den rund 200 Teilnehmen hatte fast die Hälfte die GEN-Foren genutzt – während die anderen Angebote zum Teil auf deutlich weniger Resonanz stießen.

Das Interesse am Global Ecovillage Network war groß auch wenn oder gerade weil es bei dieser Veranstaltung aus „dem Rahmen gefallen“ ist, da GEN das Konzept des nachhaltigen Konsums transformiert und statt auf Konsum auf einen hohen Grad an Subsistenz setzt. Umso erfreulicher war es zu sehen, dass unser Angebot auf viel Resonanz und Zuspruch stieß. Auch Vertreter*innen der Ministerien, Bundesämtern und des Umweltbundesamtes haben der Präsentation beigewohnt und sich zum Teil sehr positiv geäußert. Insofern sehen wir unseren Besuch, neben der kritischen Reflexion solcher Veranstaltungen im Hinblick auf seine transformative Wirksamkeit, für GEN positiv. Dieses Netzwerktreffen hat GEN zu einer größeren öffentlichen Sichtbarkeit verholfen und wir konnten einige Kontakte zu interessanten Kooperationspartner knüpfen.

Die komplette Dokumentation der Veranstaltung ist in Kürze auf der Website des Kompetenzentrums zu finden: https://k-n-k.de/kompetenzzentrum/

Wir waren dabei und sind Teil des Netzwerkes: Wandelkonferenz in Sulzbrunn

Bündnis für den sozialökologischen Wandel entsteht. Die Wandelkonferenz „Integration der Vernetzenden“ (26.-28.10.18) mündete in ein öffentliches Memorandum of Understanding

von Valle (Sulzbrunn) und Bobby Langer

Vom 26.-28. Oktober fand in Sulzbrunn/Allgäu die Wandelkonferenz „Integration der Vernetzenden – Wie viel Struktur braucht der sozialökologische Wandel?” statt. Gekommen waren 25 Frauen und Männer aus unterschiedlichen Wandelorganisationen wie z.B. art of cooperation und Fairkom aus Österreich, wechange, GEN Deutschland, green net project und Karte von morgen aus Deutschland sowie Wandel.jetzt aus der Schweiz.

Kooperationspartner waren u.a. RENN.süd, Stiftung Erneuerbare Freiheit und Transition Initiativen.

Ziel der Konferenz war, die Gründung eines Bündnisses für den sozialökologischen Wandel in den Feldern Bewusstsein/Bildung, Digitales/Technologie, Kultur, Ökologie, Ökonomie und Soziales vorzubereiten.

Typische Aufgaben eines solchen Bündnisses sind:

  • Sicherung der Rahmenbedingungen
  • Anliegen der sozialökologischen Wandelbewegung aktiv in Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft hineintragen und vertreten
  • Synergien zwischen den Bündnismitgliedern nutzen und erzeugen
  • Aufbau & Pflege von kooperativen Netzwerken: Veranstaltungen durchführen, Aufbau & Einsatz geeigneter Online-Plattformen & Werkzeuge fördern
  • Förderung von Wissensaustausch und Weitergabe von Informations- und Bildungsangeboten, alle Aspekte der gesellschaftlichen Transformation betreffend
  • Beratung von Mitgliedsorganisationen in Rechts- und Steuerangelegenheiten

Zu den vorbereitenden Maßnahmen der Konferenz gehörten unter anderem eine Einigung auf die Wertegrundlagen für das zukünftige Bündnis sowie eine Sammlung von Zielen des Wandelbündnisses mit einer Fünf-Jahres-Perspektive. Allen Beteiligten war klar, dass die Sulzbrunn-Konferenz nur der Beginn eines Prozesses für den gesamten DACH-Raum sein konnte.

Das zum Ende der Konferenz von allen unterschriebene „Memorandum of Understanding“ findet sich zum Download, zur Weiterverbreitung (und zur Weiterentwicklung).

Die Dokumentation der Veranstaltung, inklusive Filmdokumentation und Image-Film werden in den nächsten Wochen auf folgender Seite veröffentlicht: wechange.de/project/wandelbundnis. Kontakt zur Bündnisgruppe: events@frekonale.org

Unser besonderer Beitrag: Können Ökodörfer die Welt bewegen?

Mara Löffler hat als Kind und Jugendliche im Umfeld des ZEGG gelebt – und kehrt jetzt Jahre später wieder zurück. Warum, beschreibt sie hier.

Um mich einer Antwort zu nähern, mache ich einen Bogen zu mir und der Frage: Warum sind Ökodörfer für mich wichtig? Warum ist es das ZEGG?

Lange Zeit war meine „Andersartigkeit“, meine Verbindung zur alternativen Welt hier im Fläming – und zum ZEGG insbesondere – Grund für eine tiefe Scham. Als ich 10 Jahre alt war, sind wir von Berlin nach Belzig (noch ohne „Bad“) gezogen. Dem folgten ein Kulturschock und eine tief empfundene Einsamkeit. Meine Pubertät war geprägt von dem Gefühl: Ich bin anders, ich bin falsch. Verschämt habe ich zurück gegrüßt, wenn mir in Bad Belzigs Straßen eine farbenfrohe Gestalt mit wehenden Tüchern einen Gruß zugerufen hat. Normal sein wollte ich, glücklich war ich nicht.

Vierzehn Jahre später bin ich dem ZEGG über verschlungene Wege wieder begegnet. Und habe mich hinein gestürzt in diese bunte, turbulente Gemeinschaftswelt, die mich schonungslos mit meinen Ängsten, Mustern, (Vor-) Urteilen und Sehnsüchten konfrontiert. Ich platze vor Dankbarkeit, immer weiter aus meiner Komfortzone hervorgelockt, herausgekitzelt zu werden. Das ZEGG ist für mich Herausforderung, Spiel, Provokation. Ausprobieren. Scheitern. Angst haben dürfen. Mutig sein. Eine gelebte und lebendige Utopie, die – mit ungelösten Konflikten und offenen Fragen – einen Raum für Neues aufschließt und dem Unmöglichen die Tür öffnet. Darum ist das ZEGG wichtig. Für mich und für die Welt: Weil es probiert, Gesellschaft anders zu denken, unser Zusammenleben freier und lebendiger zu gestalten.

Als Ökodorf geht es im ZEGG in besonderem Maße auch um das Zusammenleben mit der Natur. Während des Sommercamps dieses Jahr wehte die Neuigkeit ins Großzelt, dass 80% der Insekten auf der Welt verschwunden seien. Eine unwirkliche Stille folgte dieser Botschaft. Unwirklich, weil es hier am Platz in jeder Ecke summt und brummt und zirpt.

Ich erinnere mich an einen Sommermorgen vor vielen Jahren im ZEGG. Mein kleiner Bruder stand mit großen Augen vor dem „Wespentisch“, der neben der Campus-Küche aufgebaut war, um die Tiere vom Frühstück der Gäste wegzulocken. Einige Wespen haben die Einladung angenommen, mit dem Rest mussten wir unser Marmeladenbrot teilen. Das Ergebnis: Mein Bruder ist mit deutlich weniger Angst vor Wespen im Gepäck wieder abgereist, weil er hier im ZEGG erlebt hat, wie Menschen und Wespen in friedlicher Koexistenz an einem Ort leben können.
Außerdem ist das ZEGG ein Ort, dessen Infrastrukturen es leicht machen, mit ökologisch-nachhaltigen Idealen im Einklang zu leben. In der Großstadt machen wir kleine (mitunter ziemlich faule) Kompromisse, die mir Bauchschmerzen bereiten – weil es im schnellen Alltag viel Zeit, Kraft, Geld und Entschlossenheit braucht, um eine Dreiviertelstunde zum verpackungsfreien Supermarkt zu fahren und das Gemüse beim Bauern abzuholen. Wenn ich im ZEGG bin, esse ich dreimal am Tag Mahlzeiten, die zu großen Teilen gerade erst im Garten geerntet wurden. Gespült wird gemeinsam, auch mit den Gästen. Und die benötigte Wärme und Strom werden zu 100 bzw. 85 Prozent hier am Platz erzeugt. Wissen und Fähigkeiten können ausgetauscht, Werkzeuge und Maschinen geteilt werden. Hier stelle ich meine (Konsum-) Gewohnheiten radikal in Frage, weil ich schmecken, hören und sehen kann, dass… Ja, dass es anders geht.
Drei Grundprinzipien verbinden alle Ökodörfer: Gemeinschaftlichkeit, Ökologie, Solidarität. Gemeinsam entscheiden, aufbauen und vorankommen… sicher nicht die leichteste Übung in einer Gesellschaft, die vom Individualgeist gezeichnet ist. Aber Ökodörfer suchen im Kleinen unermüdlich nach Lösungen, für die im Großen der Mut oder die Mittel fehlen. Sie bauen außerdem – im Ideal – eine Brücke zur „Außenwelt“ und laden Menschen ein, neue Lebens- und Liebesentwürfe kennenzulernen. Dem ZEGG gelingt dieser Kontakt zur Region immer wieder und mittlerweile kann auch ein misstrauischer Ur-Belziger anerkennen, dass dieses Bildungszentrum am Stadtrand den Fläming bereichert – und lebendig macht.

Frage dich nicht, was die Welt braucht.
Frage dich, was dich lebendig werden lässt
und dann geh los und tu das.
Was die Welt nämlich braucht, sind Menschen,
die lebendig geworden sind.

(Harold Whitman)

Mitmachen im GEN Netzwerk

Du bist an unserem Netzwerk interessiert und möchtest Dich einbringen?
Es gibt viele Möglichkeiten Teil unserer Bewegung zu werden.
Hier findest Du den Kontakt zu GEN und den einzelnen Gemeinschaften.

Spenden

Für die Umsetzung der Vereinsziele sind wir auf die Unterstützung einer größeren Gemeinschaft angewiesen: Wir laden Euch ein, Teil dieser Gemeinschaft zu werden und uns finanziell zu unterstützen durch eine Spende auf das Bankkonto des Vereins.

Jeder Beitrag – ob groß oder klein – ist sehr willkommen!

Bankverbindung:
GLS Gemeinschaftsbank eG Bochum,
IBAN: DE59 4306 0967 1166 8372 00
BLZ: GENODEM1GLS

Mehr Informationen zu Spenden