GEN unterstützt Menschen aus dem Gemeinschaftsnetzwerk in Notlagen mit eurer Hilfe. Ein persönlicher Brief ans Netzwerk
Die aktuell kritische Situation in Kamerun bei unserem Partner Better World hat GEN-Deutschland e.V. dieses Frühjahr veranlasst, einen Nothilfefonds für Gemeinschaftsaktivist*innen aufzulegen, die sich in Gefahr befinden. Er soll dazu dienen, Menschen aus Gemeinschaften in Krisensituationen vorübergehend schnell und unbürokratisch zu unterstützen, wie etwa durch Übernahme von Reise- oder Rechtsanwaltskosten, Bezahlung einer temporären Unterkunft oder Fluchthilfe. Mit dem Aufbau eines Spendensockels von ca. 10.000 Euro wird damit eine Grundlage geschaffen
Menschen, die in Gemeinschaften leben, sind besonderen Gefahren ausgesetzt
Durch ihre Arbeit im Bildungsbereich oder ihren Einsatz für faire Arbeitsbedingungen, Klimaschutz, nachhaltige Landwirtschaft, etc., stehen Menschen aus Gemeinschaften im öffentlichen Licht und es kann zu Situationen kommen, in denen sie selbst bedroht sind oder die Infrastruktur der Gemeinschaft gefährdet wird.
Immer wieder braucht es neben einer emotionalen auch eine finanzielle Unterstützung für Menschen aus internationalen Gemeinschaften, die z.B. unverschuldet aufgrund von Naturereignissen oder veränderten politischen Rahmenbedingungen, in Not geraten sind.
GEN Deutschland kennt diese Akteure oft schon seit vielen Jahren und bittet Euch, diese Menschen aus Gemeinschaften weltweit mit einem finanziellen Beitrag zu unterstützen!

Die Vergabe der Gelder wird durch ein kleines Gremium überwacht
Das Vergabe-Gremium für diese Fonds-Gelder besteht momentan aus vier Menschen aus den GEN-Gemeinschaften: Martina Jacobsen (Schloss Tempelhof) und Steffen Emrich (gASTWERKe) sowie Matthias Drees (Lebensgarten Steyerberg) und Eileen Emmrich (Lebensbogen), beide aus dem Lenkungskreis von GEN Deutschland. Vorteilhaft ist, dass Martina und Steffen viel Erfahrung in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit haben. Dieses Gremium entscheidet je nach Einzelfall, nach bestem Wissen und Gewissen und Kenntnisstand über die Sachlage und persönliche Umstände der jeweiligen Person, unbürokratisch und im Konsens über die Mittelvergabe. Entscheidungen werden protokolliert und im Netzwerk transparent gemacht.

Über den GEN Newsletter, auf der GEN Deutschland-Website und bei den GEN-Treffen wird das Team immer über den aktuellen Stand informieren und Ihr als Spender*innen und Unterstützer*innen könnt Euch sicher sein, dass die Gelder ausschließlich den Projektpartnern im globalen Süden zugutekommen.
Jüngstes Beispiel sind unsere Freunde von Better World Cameroon
In Kamerun gibt es seit über zwei Jahren massive Menschenrechtsverletzungen (gewaltsame Übergriffe, Entführungen u.v.m). Die Bevölkerung im anglophonen Bereich des Landes wird systematisch benachteiligt und unterdrückt, wovon auch das GEN-Projekt Better World und seine Mitarbeiter*innen betroffen sind. Derzeit ist der Projektort verwaist, um möglichst wenig Aufmerksamkeit zu erregen. Das Außengelände der Gemeinschaft wuchert langsam zu, es kommen keine Gruppen mehr und nur Freunde aus der Region sehen gelegentlich nach dem Rechten. Wir alle hoffen, dass er nicht von militanten Gruppen als Basis besetzt wird. Die Mitarbeiter*innen sind untergetaucht oder konnten legal das Land verlassen. Der Hauptinitiator von Better World, Joshua Konakeh, ist zurzeit in Tamera und kann dort vorerst bleiben. Mbah Sonita Neh, die seit Jahren auch international Better World vertritt, konnte noch ein Schengen-Visum bekommen und kann zumindest in diesem Jahr in Deutschland einen Bundesfreiwilligendienst absolvieren. Aber längst nicht alle Mitarbeiter*innen konnten das Land verlassen. Einige sind bei Freunden untergetaucht und diejenigen, die derzeit in Sicherheit sind, sorgen sich um ihre Familien, Freunde und Kolleg*innen.
Wie es konkret aussieht, zeigt ein kleiner Ausschnitt einer Email vom 27.09.2019 von Joshua an Steffen:
„Before coming here we had been overwhelmed with keeping our families, team members and the Bafut Ecovillage safe but we were overran by the military and finally evicted from the region.
With two team members already with me here we are working in a state of urgency to save at least the think tank of Better World. As such we are working on building a new platform here to continue our Training of Trainers programme, now based on peace work / rehabilitation programme for the IDPs and Refugees.“
IDP = Internal displaced people = Binnenvertriebene – Flüchtlinge im eigenen Land

Aber auch in anderen Regionen sind Menschen aus Gemeinschaften immer wieder Gefahren ausgesetzt. Ebola in der Demokratischen Republik Kongo, Kontrolle in China über Gemeinschaftsaktivitäten – manchmal braucht es schnelle und unbürokratische Unterstützung. Hier soll der Fond helfen um zum Beispiel schnell eine Rechtsberatung zu organisieren, Flüge buchen zu können oder bei Visa Angelegenheiten zu unterstützen. Manchmal geht es um Hilfe vor Ort (zum Beispiel zum Wiederaufbau nach Naturkatastrophen) und manchmal darum Menschen an einen sicheren Ort zu bringen.

Dieser Fonds stärkt uns als globale Bewegung und ist ein Zeichen praktisch gelebter Solidarität zwischen den Gemeinschaften. Unser Spendenkonto:
GLS Gemeinschaftsbank eG Bochum,
IBAN: DE59 4306 0967 1166 8372 00
BLZ: GENODEM1GLS
Wir halten Euch auf dem Laufenden darüber und freuen uns über jede Unterstützung!

Weitere Informationen
Better World Cameroon: http://betterworld-cameroon.com/
und zur Situation in Kamerun, weiterführende Informationen zur Lage:
Artikel aus der NZZ: https://www.nzz.ch/international/kamerun-im-englischsprachigen-teil-ist-die-lage-katastrophal-ld.1481402
Artikel aus dem Spiegel: https://www.spiegel.de/politik/ausland/kamerun-zwischen-boko-haram-und-buergerkrieg-david-miliband-im-interview-a-1279200.html

Steffen im Namen der Nothilfefonds-Gruppe von GEN Deutschland

Thomas Maier (Schloss Tonndorf), Sonita Mbha (Better World Cameroon), Martin Stangl (Sieben Linden) Joshua Konakeh (Better World Cameroon), Maria Tacke (Lebensgarten Steyerberg), Steffen Emrich (gASTWERKe) – 2015 GEN Summit in

Gerheart von Bültzingsloewen

Der Klimawandel steht im Zentrum der großen europäischen GEN-Konferenz im Juli 2020 in der Nature Community. Save the date: Einladung, Ausblick und Aktionen…

Nach dem diesjährigen GEN Europe-Treffen in Italien und in Estland im vergangenen Jahr, wird das nächste europäische Netzwerktreffen vom 28.-31. Juli 2020 nach sechs Jahren mal wieder in Deutschland stattfinden. Die Nature Community in Schönsee in Bayern bereitet sich vor auf 500-800 engagierte Teilnehmer aus Europa und der ganzen Welt.

Wie schon beim deutschen GEN-Treffen im Oktober, wollen wir den thematischen Schwerpunkt im internationalen GEN-Kontext auch auf das Thema Klima legen. Überzeugt, dass es einen dringend notwendigen inneren und äußeren Systemwandel zur Erhaltung unserer Lebensgrundlagen geben muss, will das Treffen eine Vernetzungsplattform weit über GEN hinaus bieten, um die Kräfte der Bewegungen in den Bereichen Klimagerechtigkeit, Postwachstumsgesellschaft, Friedensarbeit und Menschenrechte zu bündeln. Hierzu sind Aktivist*innen und Referent*innen aus den verschiedensten Bereichen eingeladen. Gemeinsam wollen wir in einem kooperativen Miteinander Lösungen für eine lebenswerte Zukunft entwickeln und in eine schwarmintelligente Tatkraft umsetzen.
Wir wollen die große öffentliche Energie rund um den Klimawandel und -schutz nutzen und zeigen, dass wir in den Ökodörfern bereits dabei sind, positive Utopien hin zu mehr Nachhaltigkeit zu entwickeln und sie oft bereits in reallaborähnlichen Situationen leben. Dazu gehört neben den offensichtlichen ökologischen Themen auch die Beschäftigung mit ökonomischen und sozialen Zusammenhängen. Uns geht es um Bewusstseinsschärfung, Wissenstransfer, Motivation zu handeln und Kooperation: Wenn wir aus der individualisierten Konsumgesellschaft aussteigen und sinnhaftere Alternativen entwickeln, dann werden auch die menschlichen Themen unter dem Motto „Vom Ich zum Wir“ wichtig, damit ein gesamtgesellschaftlicher und kultureller Wandel gelingen kann. Die solidarische Gemeinschaft und der Aufbau einer Vertrauenskultur stehen dabei im Zentrum.
Die Kernthemen der Nature Community „Vertrauensaufbau“, „Heilung der Liebe“ und „Verbundenheit allen Lebens“ bilden eine umfassende Grundlage, dieses breite Themenspektrum auf den unterschiedlichen Ebenen zu bewegen.

Mehr Info und Anmeldung demnächst unter: gen-europe.org oder gen-deutschland.de

Es bleibt alles anders: Wir haben es satt, das Nicht-Handeln von Regierungen, Organisationen und Konzernen. Uns steht das Wasser bis zum Hals. Wir gehen auf die Straße, wir sind gefordert. Was GEN Deutschland auch tut, hier von Eileen Emmrich…

Im Mai kamen auf dem Symposium „Rebell*innen des Friedens“ Menschen aus spirituellen und politisch-aktivistischen Bewegungen in Sulzbrunn zusammen und es wurde klar: Wir müssen uns zusammenschließen, um die Umweltkatastrophe, die gerade nahezu ungebremst das Leben von immer mehr Menschen zerstört, aufzuhalten.

Viele junge Menschen politisieren sich und sind auch bereit, durch zivilen Ungehorsam auf das Nicht-Handeln von Regierungen, Organisationen und Konzernen aufmerksam zu machen und die Zerstörung aufzuhalten. Durch Blockadeaktionen, Streiks und andere kreative Protestformen setzen sich Aktivisti für das Leben ein. Diese Aktionen sind oft sehr anstrengend, belastend und manchmal sogar traumatisierend und nicht selten brennen Aktivisti schon nach wenigen Jahren aus, weil es keine bewussten Räume für die Verarbeitung der Ereignisse oder Erfahrungen und Erholung gibt.

Diese, unsere Transformation, die nötig ist, aber ist kein Sprint, sondern ein Dauerlauf. Wege zu finden, dafür, darin und damit langfristig aktiv und gesund zu bleiben, ist überlebenswichtig und mehr und mehr Menschen machen sich auf, diese Wege zu erforschen.

In Gemeinschaften haben Menschen schon teilweise jahrzehntelang neuartige soziale Gefüge aufgebaut und Erfahrung mit Traumatherapie, Beziehungsarbeit und Selbstfürsorge gesammelt. Genau diese Räume wollen nun immer mehr Gemeinschaften für Menschen, die gerade aus solchen akuten oder dauerhaft anstrengenden Aktionen kommen, für eine bestimmte Zeit öffnen. Ihnen werden in den Ökodörfern, Kommunen und Lebensgemeinschaften Unterstützung angeboten, um mit Erschöpfung, Traumatisierung und auch Repressionen umzugehen.

Die Idee vom Mai wurde auf verschiedenen Treffen im Sommer weiterbewegt und das Projekt hat sich mit zahlreichen Bewegungen und Organisationen zusammengeschlossen.

 

Fast außer Atem, hier im Stakkato ein kleiner Ausschnitt über die vielen, schnellen Bewegungen:
*Bislang haben sich 14 Wohnprojekte zu einer Kooperation bereit erklärt: Ohne Werbung hat sich unser Projekt „Zähne putzen“ per Mundpropaganda in vielen Kreisen verbreitet und wir bekommen täglich positive Resonanz. Menschen aus Bewegungen wie FridaysForFuture, Extinction Rebellion, Ende Gelände und die Metastruktur #By2020WeRiseUp sind genauso Teil unseres Teams oder in unserem Dunstkreis, wie mehrere Mitglieder des GEN Deutschland Lenkungskreises und auch von GEN Europe.
*Es gibt bereits eine Anfrage von der Oya und auf der Bewegungskonferenz im Oktober werden wir das Projekt vorstellen. Auch mit ähnlichen Bewegungen, wie z.B. ‚Nachhaltiger Aktivismus‘ sind wir in regem Austausch.
*Im Lebensbogen wird es im November ein Treffen geben, in dem sich Aktivisti mit erfahrenen Prozessbegleiter*innen erholen können, an guten Erholungsprozessen forschen und Konzepte dafür entwickeln werden.
*Es gibt Vernetzungsanfragen von der Seenotrettung und tollen Retreatorten (z.B. das Kanthaus in Leipzig, einem Mietshäusersyndikat-Projekt in Lüneburg, etc.). Schloss Tempelhof, das ZEGG und die Kommune Niederkaufungen sind als „Alte Hasen“ bzw. die „Großen“ der Gemeinschaftsszene inzwischen ebenfalls mit im Boot.
*Bei der IAA-Blockade Aktion „Sand im Getriebe“ im September stieß das „Zähne putzen-Projekt“ bei den ca. 1000 Teilnehmer*innen ebenso auf großes Interesse wie bei den vergangenen by2020 Treffen oder dem Utopival.
*Es startet das Kasseler Klimacamp (Ende September, Anm. d. Red.), wo das Projekt vorgestellt wird wie auch das Live-Treffen vieler Initiativen im Lebensbogen.

Auf dem Weg der Transformation schreiten wir, die Gesellschaft, oft fragend und „im Nebel“ voran. Wir wissen nicht, was den Wandel bringt oder bewirkt. Aber klar ist, dass wir einander brauchen und die unterschiedlichsten Ansätze verbinden müssen. Wir müssen die Zerstörung aufhalten, alternative Strukturen schaffen und einen Bewusstseinswandel bewirken. Es ist gut und richtig, dass Menschen gleichzeitig meditieren, sich an Bagger ketten und Ökodörfer gründen. „Zähne putzen“ ist ein konkretes Projekt, das nicht nur über Vernetzung spricht, sondern Vernetzung und Solidarität lebt.

Weitere Infos findet Ihr auf der Homepage: https://aktivisti-retreat.org/

Zähne putzen nicht vergessen!

Simone Britsch

Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) – Termine, Referenten, Orte: Wer was anbietet bei GEN Deutschland ist demnächst auf einer Internetplattform sichtbar!

 

Ein zentrales Element des vom Umweltbundesamt geförderten, neuen GEN Deutschland-Projekts „Leben in zukunftsfähigen Dörfern II“ sind die „Lernorte für morGEN“. Ziel ist es, Entwicklungs-Impulse aus der Gemeinschafts-Bewegung mit traditionellen Dörfern, die sich nachhaltig entwickeln wollen, zusammenzubringen. Bildungsinhalte für Nachhaltige Entwicklung (BNE) werden unter dem Motto „Gemeinschaft. Erlebnis. Nachhaltigkeit.“ gebündelt und zukünftig auf einer Internetplattform veröffentlicht. Während bisher die Tagungshäuser der Gemeinschaften neben anderen ländlichen Veranstaltern von BNE-Programmen jeweils einzeln an die Öffentlichkeit herantraten, wird dieser Zusammenschluss zukünftig die Reichweite erhöhen. Neue Zielgruppen, besonders die aufgeschlossenen Initiativen ländlicher Regionalentwicklung, sollen aufmerksam gemacht werden.

 

Der Weg dorthin hat schon spannend begonnen: Die Akteure aus dem Bildungsbereich tauschen sich aus, reflektieren ihre eigene Arbeit, geben gegenseitig Feedback. Und sie horchen mit offenen Ohren in die Gesellschaft hinein: Was will man in dieser Zeit von uns wissen und erfahren? Welchen Beitrag kann unsere Bildungsarbeit für den so dringend anstehenden Wandel in Stadt und Land leisten?

„Lernorte für morGEN“ ist als Online-Veranstaltungskalender geplant. So wird die Breite an Möglichkeiten sichtbar, man wird nach Veranstaltungs-Terminen, sowie nach Orten und Themen suchen können. Dabei soll die Einzigartigkeit, der ganz eigene Charakter der einzelnen Lernorte, nicht verloren gehen, im Gegenteil – „Einheit in der Vielfalt“ ist die Zauberformel.

Ein Referent*innen-Pool ergänzt das Spektrum, denn manche Gruppe holt qualifizierte Trainer*innen und Berater*innen bevorzugt ins eigene Umfeld für eine „Inhouse“-Veranstaltung, die ganz auf den eigenen Bedarf zugeschnitten ist.

 

Der nächste Schritt besteht darin, weitere Kooperationspartner*innen zu finden, die bereits Bildung oder Beratung für die nachhaltige Dorfentwicklung aus gewachsenen Dorfstrukturen heraus anbieten.

 

Simone Britsch (Bildungsreferentin im Ökodorf Sieben Linden) koordiniert dieses Projekt und freut sich über Hinweise und Ideen: lernorte@gen-deutschland.de

 

Christoph Strünke

Zusammen geht’s besser: Die Kooperationen von traditionellen und Ökodörfern für eine nachhaltige Lebensweise geht weiter. Bürgerpartizipation par excellence

 

Beim letzten Newsletter haben wir schon über das Projekt Leben in zukunftsfähigen Dörfern II – Lernorte für morGEN berichtet. Das Projekt ging im Frühjahr in die zweite Runde: Im April kam die Bewilligung vom Umweltbundesamt! Große Freude – nun konnte es losgehen!

 

Leben in zukunftsfähigen Dörfern:

Das Projekt „Leben in zukunftsfähigen Dörfern“ unterstützt die Kooperation von fünf Dörfern aus bundesweit fünf verschiedenen Regionen mit einem regional ansässigen Ökodorf. Zielgruppe sind insbesondere ländliche Gemeinden, in welchen Abwanderung und Überalterung, Verlust an Kulturlandschaft und ökologischer Vielfalt sowie soziale und kulturelle Stagnation zu einer schleichenden Not der Bevölkerung sowie ihrer natürlichen Lebensgrundlagen führen. Ziel des Projektes ist es, die langjährigen Erfahrungen deutscher Ökodörfer in Form von partnerschaftlichen Kooperationen modellhaft für die nachhaltige Entwicklung bestehender Dörfer und Regionen verfügbar zu machen.
Die gemeinsame Kooperation für eine zukunftsfähige Dorfentwicklung soll es ermöglichen, übertragbare Erfahrungen zu sammeln und ein methodisches Vorgehen zu entwickeln, von dem letztlich zahlreiche weitere ländliche Gemeinden in vergleichbarer Situation Inspiration und Ermutigung erhalten können.

 

Schon direkt zu Projektbeginn haben sich die ProjektpartnerInnen und DorfbegleiterInnen Anfang Mai für das erste Team-Treffen im Ökodorf Sieben Linden eingefunden und sich besser oder überhaupt kennengelernt. Im Mittelpunkt stand auch die Frage, welche der (Dragon Dreaming) Qualitäten wir am ehesten verkörpern: Träumen, Planen, Handeln oder Feiern/Reflexion. Ein Aha-Erlebnis mit Schmunzelcharakter, denn die Erkenntnis daraus war fast klassisch deutsch: Planen und Handeln sind gut abgedeckt, Träumen ganz o.k., Feiern zu wenig … Nun wissen wir, worauf wir im Projektprozess besonders achten wollen!

Besonders interessant war bei dem Treffen auch die Reflexion des Vorgängerprojekts „Leben in zukunftsfähigen Dörfern I, für die Stella Veciana die Studienergebnisse sehr detailliert präsentierte. Der Fokus lag dabei auf einigen Empfehlungen für dieses neu anlaufende Projekt, z.B.: 1. vor der Durchführung der Bestandsaufnahme eine ausreichend lange Phase des Kennenlernens einplanen; 2. Veranstaltungen oder Aktionen durchführen, die den Austausch zwischen den Dörfern begünstigen; 3. den Fokus darauf legen, das Zusammengehörigkeitsgefühl, die sozialen Beziehungen, das gegenseitige Vertrauen sowie das Bewusstsein der eigenen Wirkungsmacht in der Dorfgemeinschaft ansprechen und bestärken

 

In Harmstorf, das Kooperationsdorf der Gemeinschaft „Mittendrin leben“ in der Nähe von Lüneburg, wurden viele konkrete Ideen gesammelt und einige kurzfristig umgesetzt: die Installation einer Telefonzelle als Bücherbörse, eine Obst- und Gemüsebörse, ein Dorfspaziergang u.a.

In Seebergen, Partnerdorf von Lebensgut Cobstädt, wurde die Idee von Mitfahrbänken sehr rege aufgegriffen und ist kurz vor der konkreten Umsetzung. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt weiterhin bei Baumpflanzaktionen; im Oktober wird ein Tag der Obstvielfalt gefeiert.

Nach längerer Suche ist nun Beetzendorf der Kooperationsort für das Ökodorf Sieben Linden. Mit dem gerade ambitionierten, neuen Sozialausschuss der Gemeinde werden in der nächsten Zeit die ersten gemeinsamen Aktionen festgelegt. Schwerpunkt der Zusammenarbeit wird voraussichtlich „Gesund leben in Beetzendorf“ oder die Nutzungsmöglichkeiten des stillgelegten Bahnhofs.
Hülen, bisheriges Kooperationsdorf der Gemeinschaft Schloss Tempelhof, hat seine Beteiligung aufgrund lokalpolitischer Differenzen innerhalb des Ortschaftsrats Ende September kurzfristig abgesagt. Auch das war ein spannender Prozess: Wie kann sich das Projekt auch denjenigen präsentieren, die ihm kritisch gegenüber eingestellt sind… Das Projektteam berät zurzeit, ob ein weiteres Dorf eingebunden werden kann.

 

Die nächsten Meilensteine werden das Projektteam-Treffen am 25.-27.10.19 in Heckenbeck sein und v.a. das bundesweite Vernetzungstreffen am 06.-08.03.2020 in der Gemeinschaft Lebensbogen. Für dieses Wochenende laden die Projektpartner viele Organisationen ein, die sich für eine ländliche nachhaltige Entwicklung engagieren.

 

Was lange währt, wird endlich gut: Nach vielen, sehr kreativen Diskussionen – auch während des GEN Deutschland Netzwerktreffens im Juni 2019 – haben wir nun einen neuen Titel für die geplante Bildungsplattform gefunden: Lernorte für morGEN…

Elternschule – was ist das und wofür überhaupt? Zu drei Jahren Forschung zu Vertrauen und Wahrheit im Kontakt zwischen den erwachsenen Beziehungspersonen und der Eltern-Kinderbindung berichtet Lena Gebhard.

 

DER SAME

Kinder sind das pure Leben und fordern von uns Erwachsenen Präsenz ein. Zur Gemeinschaftskinderkonferenz 2017 in Sieben Linden trafen sich verschiedenste Persönlich-keiten aus der Gemeinschaftsszene und brachten ihre Kinder mit. Es gab ein turbulentes, buntes Treiben – wie es nur in einem generationsübergreifenden Feld entsteht.

Die Erwachsenen, auch etwa 20 junge Leute, die selbst in einer Gemeinschaft aufgewachsen waren, ließen sich auf einen „Theorie U-Prozess“ (Otto Scharmer) ein, der moderiert und wissenschaftlich begleitet wurde (u.a. von Researche Arts).

Was sind Erwartungen/Bilder der Sehnsucht und wie fühlt es sich tatsächlich an, in einem so großen Raum mit mehr als 150 großen und kleinen Menschen zusammenzukommen? Welche Träume sind erfüllt und wie könnte ein balanciertes Leben der unterschiedlichen Generationen aussehen? In welchem Feld wird Integration statt Separation der verschiedenen Altersstufen gelebt? Was braucht ein generationübergreifendes Zusammenleben konkret? Viele Ideen keimten auf. Ein Spross aus diesem Wurzelgeflecht war, diese Fragen in einer gemeinschaftsübergreifenden Elternschule zum Erblühen zu bringen!

 

Die IDEE der Elternschule

Die meisten von uns haben erlebt, wie es ist, wenn wir direktiven, autoritären Strukturen folgen, wenn wir uns in ein System einfügen, was den individuellen Wachstumsstrom hemmt, stört oder gar verhindert. Heute legen wir in Gemeinschaft und Gesellschaft großen Wert darauf immer mehr Felder zu kreieren, in denen unsere Kinder frei und selbstbestimmt lernen können. Wieso sollten wir uns als Eltern und KinderbegleiterInnen nun wieder auf einen solchen Raum „Schule“ einlassen, der so viele Geschichten und Ängste birgt? Es ist unserer Ansicht nach notwendig, die alten Muster zu transformieren und uns einer lichten, kraftvollen Führung anzuvertrauen, um dadurch neue Orientierung zu erlangen.

„In dem Ausmaß, in dem es uns gelingt, unsere [innere] Aufmerksamkeitsstruktur und

ihre Quelle zu sehen, können wir das [äußere] System verändern.“

Otto C. Scharmer (Forscher und Professor am MIT).

 

Wir wollen Pfade beschreiten, die uns mit unserer ursprünglichen Kraft, unserem heilen Kern und menschlichen Natur in Kontakt bringen – aufs Neue oder vielleicht das erste Mal entdecken können, welche Quelle für Kontakt im Inneren schlummert. Dies birgt die Chance, uns auf den gemeinschaftlichen Beziehungsraum einzulassen, indem wir durch die Spiegel, also das Feedback unserer Mitmenschen, Unterstützung in Elternschaft erfahren.

 

„Wir alle Tragen zellulär das Wissen in uns, was es heißt,

organisch, gemeinschaftlich – im Stammesgefüge eingebettet – aufzuwachsen.

Wir haben verlernt, als Familiensysteme zusammen zu leben.

Es gilt, dieses Wissen wieder wach zu rufen und Erfahrungsräume zu kreieren,

in denen wir unser Vertrauen nähren.

Sowohl zu uns Selbst – als auch in unsere Umwelt“
(Gemeinschaftswissen aus dem ZEGG)

 

Elternschule ist ein Raum, der Gemeinschaftsaufbau von innen her ermöglicht. Er bietet Beziehungsklärung für die Erwachsenen untereinander und eine Plattform für Wissensvermittlung, was z.B. gelebte Gemeinschaft unter uns Erwachsenen bedeuten kann. Dazu gehören als wesentlichste Basis Wahrheit und Vertrauen.

Kinder erfahren in Gemeinschaft, dass zum Beziehungsgeflecht der Eltern sowohl andere Erwachsene mit eigenen Kindern als auch die Männer und Frauen aus der Gemeinschaft gehören, die ebenfalls Verantwortung für die nachfolgenden Generationen übernehmen. Gleichzeitig brauchen Eltern eine „gehörige Portion“ Vertrauen, um die Rückmeldungen und teilweise auch kritischen Stimmen der Mitmenschen dieses Beziehungsnetzes entspannt hören, aufnehmen und integrieren zu können – insbesondere dann, wenn sie gerade selbst emotional aktiviert sind.

 

 

Das PFLÄNZCHEN

Innerhalb der letzten drei Jahre konnte wir als Teil des „Arbeitskreise Soziales“ im GEN Deutschland Netzwerk mehrfach erleben und beobachten, wie auf den verschiedenen Ebenen die Dinge wachsen und zum Erblühen kommen. So wurden beispielsweise die auf den ersten Blick recht schematischen anmutenden vier Dimensionen der Nachhaltigkeit (Soziales, Ökologie, Ökonomie, Kultur) innerhalb der Arbeitskreise immer mehr zum Leben gebracht. Bisher entstanden aus vielen der Zusammenkünfte, aus Impulsen, Gedanken, geteilten Worten und Entscheidungen ganz neue Formen und Strukturen. Innerhalb der Strukturen des Vereins von GEN Deutschland konnten wir z.B. erleben, wie aus vier Vorständen in einem dynamischen Prozess neun Menschen in die soziokratische Vorstandsstruktur hineinwuchsen.

 

So gedeiht auch das Feld des gemeinschaftlichen Elternseins und Kinderaufwachsens in unseren Mitgliedsgemeinschaften und darüber hinaus durch das Zusammenwirken vieler. Im Sommertreffen 2018 in Sulzbrunn (gemeinschaft-sulzbrunn.de) kamen in einem Kreis ca. 12 Menschen zusammen, um sich dem Themenfeld des gemeinschaftlichen Elternseins und Kinderaufwachsen zuzuwenden. Im Herbst in der Nature Community darauf widmeten wir (nature.community) einen ganzen Tag der Selbsterfahrung und dem Austausch zu den speziellen Herausforderungen im Elternsein in Gemeinschaft. Während die Kinder derweil durch Wald und Flur streiften, saßen wir am nahegelegenen Waldrand in der Sonne. Verschiedene Fragestellungen tauchten auf: Was braucht es, um eine Schule für die Kinder im Herzen der Gemeinschaft zu verankern? Wie fühlen wir uns als Erwachsene genährt? Wo erwarten wir von der „großen Mutter Gemeinschaft“ Versorgung und wo bleiben unsere tiefen Bedürfnisse nach Anbindung, Stille, Gehalten- und Getragen-Sein dadurch immer wieder auf der Strecke? Wieder einmal durften wir beglückt erleben, wie bereits im gemeinsamen Teilen  Nähe und Geborgenheit entsteht, sofern ein urteilsfreier Raum zur Verfügung steht.

Tassilo Peters aus Blumenthal (schloss-blumenthal.de/community) sprühte noch am Abend voll Charisma seine Inspiration des GFK-Friedenstocks in die Runde – ein Tool zur Konfliktklärung (tassilopeters.com/friedensstock_anleitung) und eine Methode der gewaltfreien Kommunikation nach M. Rosenberg. Die anschaulichen Bilder dieses Werkzeugs erleichtern den Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen und Werten. Die einfühlsame und neugierige Begleitung in der anschließenden Demo einer alltäglichen Mutter-Tochter-Dynamik ermöglichte tatsächlich eine Vorfreude auf die nächste Konfliktsituation, um das Erlernte durch Wiederholung zu verankern.

 

Im Februar 2019 fand zum ersten Mal die gemeinschaftsübergreifende Elternschule am Tempelhof statt. Mit von der Partie waren Vertreter aus 13 Gemeinschaften, die sich dem Paradigmenwechsel von der Erziehung zur Beziehungsfähigkeit stellen. Getragen wurden die Tage maßgeblich von Kirsten Timmer, Teresa Heidegger und Michael Anderau, die sich entschieden für eine bewusste Elternschaft und eine neue Kultur im Zusammenleben mit Kindern einsetzen (www.transparents.net). Die Elternschultreffen finden zukünftig halbjährlich statt.

 

Im Anschluss an das letzte GEN Deutschland Treffen Mitte Juni in der Gemeinschaft am Windberg (www.windbergev.de) fand das zweite Vernetzungstreffen statt. Wir wollten uns als gemeinschaftliches Feld über den eigenen Tellerrand hinaus über die Fragestellungen rund um gemeinschaftliches Kinderaufwachsen und Elternsein verständigen. Die Ausrichtung war, mit möglichst wenig Bedingungen und Hindernissen  ins Thema einzutauchen, Kontakte zu knüpfen und sich den kollektiven wie individuellen Themenfeldern mit Zeit und Aufmerksamkeit entspannt widmen zu können.

Wir kamen zusammen und lernten uns näher kennen, während die anderen Teilnehmer des Sommertreffens abreisten und die Kinder um uns herum spielten. Es herrschte eine recht chaotische Atmosphäre, in der es umso mehr eine Herausforderung war, den Raum klar zu halten und gleichzeitig eine vertrauensvolle, organische Atmosphäre für alle Beteiligten zu schaffen – insbesondere wenn die Scheu des Fremden noch im Raum schwebt. Wir hatten den Anspruch, die Kinder zu integrieren und sie zu begleiten, anstatt sie abzuschieben, und uns gleichzeitig fokussiert auf die Erwachsenenthemen zu konzentrieren. Was braucht es, um gehaltene Kinder- und Erwachsenenräume innerhalb von Gemeinschaften aufzubauen? Auch hier zeigt es sich, dass es möglich ist, von den Erfahrungen und Geschichten der Anderen zu lernen und dass wir als Gemeinschaftsfeld bei vielen Themen an ähnlichen Schwellen stehen. Bereits innerhalb von 24 Stunden ist häufig schon im Feld ein Unterschied festzustellen, wenn die geteilte Verantwortung für die Kinder innerhalb des Kreises bei mehreren Erwachsenen liegt. Zugleich wesentlich dabei ist es, einfühlsam sowie respektvoll den Raum der Eltern gegenüber zu begegnen.

 

Kinder und Jugendliche sind die Träger und Gestalter der Zukunft dieses Planeten.

Jedes Kind trägt in sich eine unmittelbare, authentische Friedenskraft.

Um diese Kraft zu schützen und zu stärken, brauchen sie einen Lebens- und Lernraum

von menschlicher Wahrheit, Heimat und Vertrauen.

(Escola da Esperanca – Schule in Tamera)

 

So wie Kinder Zeit und einen entsprechenden Kontext brauchen, um Vertrauen zu gewinnen, benötigen wir das als Erwachsene ebenso. Denn allzu oft sind in uns die ungesehenen Anteile aktiv und fordern unsere Anteilnahme und tiefes Mitgefühl – zuallererst  von uns selbst. Heilsam und heilend kann das Erleben in der Gruppe dann sein, wenn wir uns in einer Tiefe begegnen, die es ermöglicht, wahrhaftig zu sprechen, ohne sich verstecken zu müssen.

 

DIE FRUCHT – Wie könnte es weiter gehen?

Mit dem Format der gemeinschaftsübergreifenden Elternschule ist angedacht, ein Feld für Bewusstseinsarbeit von Elternschaft zu schaffen. Zwei Treffen im Jahr sind geplant: Im Herbst 2019 findet es in der Gemeinschaft am Windberg vom 31.10.- 3.11.2019 statt. 2020 ist das Treffen im Frühjahr vom 23.-26.4.2020 im ZEGG geplant. Weitere Infos dazu unter www.transparents.net. Natürlich besteht darüber hinaus die Möglichkeit, sich während der GEN- Netzwerktagungen im Frühsommer und Herbst zu vernetzen, Wissen auszutauschen und sich gegenseitig einzuladen.

 

Der DUNG – Fortführende Anregungen und Fragestellungen

Ladet doch einfach mal einen Kreis von Menschen aus eurer Gemeinschaft ein, die ein aktives Interesse an den Themen der Kinder haben. Teilt, was Euch gerade als Eltern, MitbewohnerIn oder KinderbegleiterIn im Sein mit den Kindern und Jugendlichen bewegt. Leitende Fragestellungen könnten sein:

  • Was brauchen wir, damit unsere Kinder und wir selbst als Elternschaft in einer tiefen Anbindung zu uns selbst und den anderen in unserer Gemeinschaft zugleich sein können?
  • Wie können wir alltäglich mehr Ruhe, Gelassenheit und Frieden in uns als auch in unseren Familiensystemen sowie gemeinschaftlichen Netzwerken etablieren?
  • Welchen Umraum brauchen wir, Kinder wie Erwachsene, um in unser Potential zu kommen und an unsere ureigene Essenz angeschlossen zu sein & zu bleiben?

 

Viel Freude beim Experimentieren & Weiterentwickeln

wünscht Lena Gebhardt

 

Kindheitspädagogin, Jugend- und Heimerzieher

Körperorientierte Systemische Therapeutin i.A., Mutter &

Mitinitiatorin der Elternschule in der ZEGG- Gemeinschaft

Vegan, tauschlogikfrei, revolutionär: frischer Wind auf dem GEN Deutschland Frühjahrtreffen, in der Rückschau von Luisa Kleine

Viele, viele Füße schreiten über die hellen Holzdielen der großen Halle in der Gemeinschaft am Windberg. Sie sind im Juni 2019 zu einem offenen Treffen der GEN-Ökodörfer zusammengewandert

300 Füße, um genau zu sein. Noch nie waren so viele Menschen bei diesem Treffen! Und noch nie kamen so viele Gemeinschaften zusammen: 35, davon 20 Mitgliedsgemeinschaften und fünf Anwartsgemeinschaften. Es gab sehr viele “Neulinge“ und eine Feier zur Aufnahme der neuen Mitgliedsgemeinschaften „Mittendrin Leben“ und „Haslachhof“.

Es waren vier bewegte Tage mit dem Ziel, Ökodörfer, Gemeinschaften und Kommunen mehr miteinander zu vernetzen, gemeinsame Themen zu bewegen, Wissen und Erfahrung auszutauschen und uns die Frage zu stellen, wohin die Ökodorfbewegung politisch möchte.

Es gab viel Altbekanntes, vertraute Gesichter, Menschen, die sich schon seit Jahrzehnten dort treffen, Spiele, Rituale und Lieder, die viele von uns schätzen. Wieder gab es ein bewegendes Forum, viele kleine, persönliche Austauschrunden, gutes Essen, eine Open Stage, Tanzen und Kindergepurzel, Open Space: Terra Preta, Bewusstseinswandel in Gemeinschaft, Liebesschule, das Almendeland, Wie politisch ist GEN?, verkörperter Wir-Prozess und vieles mehr! So viel, dass sogar die Mahlzeiten teilweise für Projekttreffen genutzt wurden.

Eine echte Neuerung war, dass das Treffen zum ersten Mal komplett tauschlogikfrei, vegan und drogenfrei war! Das bedeutete unter anderem, dass es keinen fixen Teilnehmendenbeitrag gab, sondern alle frei wählen konnten, wie viel Geld sie beitragen wollten. Auch die Care-Arbeit war dieses Mal viel selbstorganisierter, was Armin aus der Windberggemeinschaft und Verantwortlicher für den Orga-Ablauf, so manches Mal ins Schwitzen brachte. Am Ende hat’s doch funktioniert. Alles wie Zuhause eben.

Schlussendlich bekam das GEN Treffen sehr viel positives Feedback zu diesem neuen Finanzkonzept, das, trotz des kleinen Verrechnungsschrecks am Ende, der dann von allen mit viel Solidarität behoben wurde, auch wunderbar aufging. Die Teilnehmenden bezahlten zwischen 30 € – 600€ für die Tage und gaben Geld nach dem Prinzip des Beitragens statt einen festen Wert zu tauschen.

Sowieso bekam das Thema Geld einen Fokus auf dem Treffen wie auch durch einen plenaren Workshop von Heinz und Luisa und ein geleitetes Forum durch Ina. Eine Räteentscheidung, das nächste Treffen auch tauschlogikfrei zu gestalten, wie auch plurale Sichtweisen auf den Umgang mit Geld in Gemeinschaft und Gesellschaft, waren Ergebnisse daraus.

Ein weiteres, raumeinnehmendes Projekt, das GEN Deutschland auch weiterhin noch viel umtreiben wird, ist „Zähne putzen“. Dabei geht es weniger um Zahnpflege als um Retreat-Räume für Aktivisti, die aus Kleingruppenaktionen oder anderer psychisch belastenden politischen Tätigkeiten kommen, wie z.B. der Seenotrettung oder Baumbesetzungen wie im Hambacher Forst. Es traf auf breite Zustimmung und Unterstützungsbereitschaft in den Gemeinschaften, Menschen für einen begrenzten Zeitraum aufzunehmen und ihnen Prozessbegleitung oder Hilfe bei Repressionen anzubieten. Nachhaltiger Aktivismus wird so möglicher.

Mein Fazit als moderierende Begleitung dieses Treffens: Es war ein wunderbares, verbindendes, großes GEN Frühlingstreffen mit vielen neuen Gesichtern und einem Hauch von Revolution. Wir denken darüber nach, wie groß Netzwerktreffen eigentlich werden sollen und wie gute Unterstrukturen aussehen können, sollten sie noch größer werden. Wir wollen den Netzwerktreffen in Zukunft einen noch bewussteren Schwerpunkt geben und Aufgaben vor Ort noch mehr aufteilen, damit Einzelne nicht überlastet werden.

Das nächste Netzwerktreffen findet vom 17.-20.10.2019 in der Gemeinschaft „Lebensgarten Steyerberg“ statt – tauschlogikfrei und mit vielen Inputs und Referenten zum Thema Klimazerstörung!
Nähere Informationen und Anmeldung findet Ihr unter
www.gen-deutschland.de, unter Veranstaltungen

Traumata sind präsent. Wir bringen sie in unsere Beziehungen mit und sie werden in Beziehungsstörungen, Konflikten, Blockaden, Rückzügen spürbar. Einen Umgang damit beschreibt Thomas Waldhubel…

 

Unter dem Namen „Trauma in Gemeinschaft“ versammelten sich wohl 40 gemeinschaftsbewegte und -interessierte Menschen in einem Workshop bei dem GEN-Netzwerktreffen Am Windberg im Juni 2019. Im Oktober zuvor waren es rund 15 Menschen, die sich bei dem GEN Herbsttreffen in der Nature Community achtsam, offen, berührt-berührend dem Thema näherten. Damals war die ganze Spannweite im Raum von individueller Betroffenheit, nötigem Bewusstsein über Trauma, Heilchancen in Gemeinschaften, existentiellem, trauma-reaktivierendem Geschehen in Gemeinschaften (Zugehörigkeit, Anerkennung, Macht & Ohnmacht…), gemeinsamem und individuellem Umgang mit Trauma: Wahrnehmen, Erkennen – transparent machen – Selbstfürsorge, Begleitung, Therapie…

 

Ein solch intensiver, dichter, vertrauensvoller Raum gelang mit den 40 Menschen am Windberg nicht. In einer solch großen Gruppe signalisierte unsere unbewusste Wahrnehmung dem Hirnzentrum für „Flucht/Angriff“ zu viel Fremdheit, zu große Abstände für Blickkontakt, zu sehr Sprechen „über“…, kurz zu viel „Gefahr“. So teilten sich Ina Meyer-Stoll (ZEGG), Christine Köhler (Sulzbrunn) und Thomas Waldhubel (Schloss Tempelhof) bald nach einer inhaltlichen Einführung mit den Teilnehmern in drei kleinere Gruppen auf. Und sofort war für alle der Unterschied spürbar, eine vertrauensvolle Begegnung entlang der Interessen und Bedürfnisse der Teilnehmer konnte beginnen. Unser gemeinsames Fazit danach lautete: Erstaunlich breites Interesse und viel Bedarf, zu wenig Zeit für ein solch großes Thema!

 

Woher kommt ein solch großes Interesse unter gemeinschaftsbewegten Menschen? Gemeinschaften erkennen mehr und mehr an, dass Traumata immer präsent sind. Wir bringen sie mit und dann werden sie in Beziehungsstörungen, Konflikten, Blockaden, Rückzügen spürbar. Gerade weil Gemeinschaften ein solches dichtes Beziehungsfeld bieten, in dem wir lernen können, in Kontakt zu gehen und in Kontakt zu sein, stoßen wir auf unsere „blinden Flecken“. Gemeinschaft lässt kaum Chancen, dem auszuweichen und sich immer wieder in die gewohnten Muster zu retten. Zudem ist die Traumaforschung soweit in den Mainstream gedrungen, dass viele Menschen sich ermutigt fühlen, unter „Trauma“ von ihren Verletzungen zu sprechen. Dazu haben die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um sexuelle Gewalt gegenüber Kindern, Heranwachsenden und Frauen beigetragen wie auch das immer breitere Bewusstsein für posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) bei Soldaten aus Kriegseinsätzen und bei Folteropfern und Flüchtlingen. Anhaltende Traumatisierungen wie Gefangenschaft, familiäre Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung, rufen Folgen hervor, die als „komplexe PTBS“ einen Namen fanden. Trauma verweist immer auf Gewaltverhältnisse, für deren zerstörerische Wirkung wir offenbar auch aufgrund von zunehmender Empathiefähigkeit immer sensibler werden. Zunehmend mehr Menschen können sich von dem Schweigen befreien, das jahrhundertelang Gewalt als selbstverständliches Schicksal erscheinen ließ.

 

Mit wachsendem Traumabewusstsein erkennen wir auch unsere eigene, tiefe Konditionierung durch die Gewaltverhältnisse unserer Gesellschaft an. Wir lernen, uns besser in unseren Schwierigkeiten und Rückschlägen zu verstehen, uns selbst in unser lebendiges, kreatives, liebendes Potential hineinzubefreien. Wenn ein Trauma im Jetzt angetriggert wird, werden wir in Sekundenbruchteilen zurück in eine vergangene Situation existentieller Bedrohtheit katapultiert: Das Empfinden von grundlegendem Willkommensein im Leben verschwindet. Wir fühlen uns von unseren Bedürfnissen abgeschnitten, verraten und benutzt, gelähmt oder verängstigt, uns zu zeigen und auszudrücken. Oder fühlen uns in unserer Liebe zurückgewiesen, je nachdem, welches grundlegende Bedürfnis in unserer Kindheit derart negiert, unterdrückt, vernachlässigt oder missachtet wurde, so dass ein Entwicklungstrauma ausgelöst wurde. In der Folge retten wir uns aus dieser Bedrohtheit mit damals gelernten Überlebensstrukturen, wie z.B. „sich unsichtbar machen“, „nichts brauchen“, „selbstlos für andere da sein“, „sich unentbehrlich machen“, „stark, erfolgreich oder bedeutend sein“, „immer perfekt sein müssen“… Unsere Empathie- und Beziehungsfähigkeit bleibt auf der Strecke.

 

Für diese Wunden einen Heilungsweg zu suchen und zu gehen, liegt in der Verantwortung der Einzelnen. Die Gemeinschaft kann vielfältig heilsam wirken, wenn sie derartige „Erinnerungen“ aus der Vergangenheit wahrnehmen, verstehen und halten kann; wenn sie die Chance zu neuen vertrauensvollen Beziehungserfahrungen geben kann; wenn sie sich auf der kollektiven Ebene mit ineinandergreifenden Mustern wie Täter-Opfer-Dynamiken auseinandersetzt; wenn sie Praxen der Selbstfürsorge und der gemeinsamen Beruhigung des alarmierte Nervensystems erlernt und pflegt wie beispielsweise durch heilende Räume mit Entschleunigen, Berührung, Körper- und Gefühlsarbeit, Singen, Lachen… Am Tempelhof versuchen wir seit unseren Intensivtagen 2018 den Impuls zu einer „traumabewussten Gemeinschaft“ zwischen uns lebendig werden zu lassen und orientieren uns dabei an folgendem Leitfaden:

 

 

Eine „traumabewusste Gemeinschaft“ würde

 

– zunächst und vor allem versuchen, die verborgene Wirklichkeit unserer Traumata anzuerkennen und sie mit Mitgefühl umarmend anzunehmen. Mauern aus Scham, Angst, Hilflosigkeit können sich  so auflösen – und sich gemeinsam vor kollektiver Beschämung und Demütigung schützen;

 

– Wissen zusammentragen und sich kundig machen über: Schocktrauma, Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), Entwicklungstrauma, Mini- oder Mikrotraumata, komplexe Trauma, Unterschiede zu Verletzungen, Trigger, Retraumatisierung, Reenactment/Reinszenierung, traumabasierte Erkrankungen, Traumatherapien und Heilungswege;

 

– Klarheit anstreben in der Frage der Verantwortung: Welche Verantwortung liegt beim Einzelnen, welche Verantwortung bei der Gemeinschaft, was sind jeweils die Bedingungen, diese Verantwortung auch wahrnehmen zu können. Dabei respektiert und achtet die Gemeinschaft die Freiheit des individuellen Entwicklungsweges und spiegelt gleichwohl agierendes, reinszenierendes Verhalten aus Nicht-Verbundenheit (Feedback-Kultur);

 

– die individuelle Ebene überschreiten und kollektive Traumata, inter- bzw. transgenerationelle Übertragung bzw. „sekundäre Traumatisierung“ oder „Schattentrauma“, die Traumata der eigenen Kultur, ihrer traumatisierenden Rituale und Institutionen, der Allgegenwart von Gewalt sowie den traumaverursachten „kulturellen Käfig“ der Normalität bewusst machen. Sie würde entlang den Themen des Gemeinschaftslebens Heilungswege erkunden und erproben;

 

– eine vertiefte und erweiterte Achtsamkeit entwickeln, die zu einer erhöhten Bereitschaft verhilft, innezuhalten und zu merken, wenn ich mein Gegenüber in irgendeiner Weise zum Objekt, zum „Es“ (Martin Buber) mache oder wenn ich auftauchenden Schmerz durch Ärger, Wut, Kontaktabbruch bewältige, statt ihm Raum zu geben: Annehmen statt Loswerden. Diese Achtsamkeit darf aus dem individuell meditativen Raum heraustreten und praktisch werden an allen Stellen unseres Zusammenlebens. Sie ist dann eine Präsenz, die den gegenwärtigen Moment annehmen kann, statt agieren zu müssen, und dies insbesondere am Arbeitsplatz und in der Zusammenarbeit. Sie darf sich auch auf das eigene Tun und Lassen, auf das eigene Denken und Sprechen und seine Wirkungen erstrecken – „Arbeit als Übungsweg“ könnte durch diese Achtsamkeit eine neue Entschiedenheit gewinnen;

 

– in der Verbindung mit einem Höheren (Spiritualität) das entscheidende Moment für Heilung anerkennen. Wenn Anne Wilson Schaef Sucht als spirituelle Erkrankung beschreibt, dann können Traumata als Grund dieser verzweifelt sehnsuchtsvollen Suche im Außen erkannt werden. Und am Grunde dieser Traumata kann die „Ur-Wunde als dem Verlust der kosmischen Einheit“ (Gertrude R. Croissier) wahrgenommen werden, wie sie durch Geburt und trennender Individuation geschieht;

 

– in all diesen Fragen eine reflektierende, forschende Haltung einnehmen, sich gewiss sein, dass sie an vielen Stellen Neuland betritt und gut beraten ist, sich mit externen „Kundigen“ und „Pionieren“ zu verbinden und von/mit ihnen zu lernen.

Martina Jacobson für das Veranstaltungsteam mit Luisa Kleine, Thomas Meyer und Ramona Pump

Ein Bericht aus der Zukunfts- und GEN Gemeinschaftswerkstatt Tempelhof vom 27.-30.06.2019.

 

Wie gelingt Gemeinschaft? Wie kann Gemeinschaft zur Verbesserung unserer Welt beitragen? Diese Fragen und noch viel mehr hat eine Gruppe von 25 Menschen in der GEN Gemeinschaftswerkstatt im Juni 2019 in der Zukunftswerkstatt Schloss Tempelhof bewegt. Unter der erfahrenen Leitung von ReferentInnen aus der Gemeinschaft Tempelhof, der Villa Locomuna und Schloss Tonndorf gab es  viel Input zu allen Themen rund um den Gemeinschaftsaufbau und den Einstieg in Gemeinschaften. Insbesondere die intensive Gemeinschaftserfahrung der TeilnehmerInnen in der Gruppe war ein berührendes Erlebnis. Mit klarer Ausrichtung, erprobten Werkzeugen zur Gemeinschaftsbildung und der Bereitschaft aller Beteiligten, sich wirklich einzulassen auf ein neues, temporäres „Wir“, entstand eine Gemeinschaft auf Zeit bereits innerhalb von drei Tagen!

Die TeilnehmerInnen konnten die gewonnenen Erkenntnisse nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit Herz und Hand, auch auf tieferen Ebenen direkt erfahren. Dabei ging es den ReferentInnen nicht um die Vermittlung von fertigen Rezepten, sondern um das Begreifen der Dynamiken, die entstehen, welche Bedingungen für die Gründung hilfreich sind und inwiefern die eigene Persönlichkeit in das Ganze, in das Beziehungsgeflecht mit hineinwirkt.

Mit Hilfe der GEN Trainingsunterlagen von CLIPS (Community Learning Incubator Programme for Sustainability) wurden dieser kleinen Gemeinschaft auf Zeit inhaltlich die vielfältigen Dimensionen von Gemeinschaft vorgestellt. Es gab bedarfsorientierte Workshops der ReferentInnen, möglichst konkret an Beispielen aus verschiedenen Gemeinschaften (z.B. zu Spielregeln, Aufnahmekriterien, soziale Werkzeuge, usw.).

In einem offenen Fish Bowl diskutierten die TeilnehmerInnen zuletzt auch die größere Dimension von Gemeinschaft und stellten gesellschaftliche und politische Zusammenhänge her.

Die nächste GEN Gemeinschaftswerkstatt findet vom 25.-28.06.2020 in der Gemeinschaft Lebensbogen statt.

Rouven Lipps

Empower yourself with the Circleway- Junge Erwachsene auf dem Weg zu sich und zu Gemeinschaft. Ein Bericht über den Jugendaustausch YestoSustainability in Italien.

 

Die Kooperation „YestoSustainability“ organisiert seit 2016 internationale Jugendbegegnungen (Youth Exchange) und Ausbildungskurse (Training Courses) in verschiedenen Ökodörfern und Gemeinschaften in Europa. Die Ziele dieser 7-21tägigen Veranstaltungen ergeben sich aus dem ERASMUS+ Programmleitfaden: Stärkung des zivilen Engagements und Bewusstseins für Demokratie, Aufbau internationaler Netzwerke junger Menschen und das Verbreiten nachhaltiger Lösungen für dringliche Herausforderungen unserer Zeit wie z.B. steigende soziale Ungleichheit und die Übernutzung natürlicher Ressourcen.

Vom 05.-17.06.2019 trafen sich dafür 25 junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren in der Gemeinschaft „Tempo di Vivere“ in einem kleinen Bergdorf in Emilia-Romagna, Italien. Jeweils fünf TeilnehmerInnen aus Spanien, Deutschland, Italien, Griechenland und den Niederlanden verdreifachten beinahe deren Einwohnerzahl. Das Programm setzte sich zusammen aus Beiträgen von Gemeinschaftsmitgliedern, insbesondere zum Thema „Kreiskultur“ – Titel der Begegnung war schließlich „Empower yourself with the Circleway“. Dieses Gemeinschaftsbildungsinstrument geht in Tempo di Vivere direkt auf Begegnungen mit Manitonquat zurück und die jungen Gäste konnten sehr von dieser langjährigen Erfahrung profitieren. Auch zu hausgemachter Naturkosmetik, natürlichem Gartenbau und Soziokratie konnten die Gruppe von der Erfahrung der Gemeinschaft lernen.

Weitere Programmbeiträge, bspw. Gewaltfreie Kommunikation, Permakultur, Einführung in die Soziokratie, internationale Tänze und jede Menge andere gemeinschaftsbildende Aktivitäten kamen von den „Group Leader“ der verschiedenen Länder – das sind TeilnehmerInnen, die bereits frühzeitig in die Projektgestaltung eingebunden waren – von Nicoletta Benfatti des italienischen Ökodorf-Netzwerks RIVE, aus deren Feder der Projektantrag stammte und von anderen TeilnehmerInnen in einem „Open Space“. Während zwei Stunden täglich beteiligten sich zudem alle an verschiedenen Aktivitäten der Gemeinschaft: Kochen für die rund 35 temporären und dauerhaften Bewohner, Gartenarbeit, Holzhandwerk, Bau zweier Solarduschen und von Meditationsbänken und Putzen der Gemeinschaftsräume.

Höhepunkte der knapp zwei Wochen waren drei künstlerisch gestaltete Abende: international Dinner mit großartig kreativen Theatereinlagen der verschiedenen Ländergruppen, “ Talentshow“ als „Open Stage“ und eine Abend für an ERASMUS+ oder am Gemeinschaftsleben interessierte Menschen aus der Umgebung, zu welchem einige Junge Erwachsene sogar aus dem rund zwei Stunden entfernten Mailand anreisten.

Wie in jedem Gruppenprozess gab es Aufs- und Abs. Im inneren Leitungsteam nahmen wir jedes Feedback als Geschenk entgegen und versuchten, es bestmöglich zu integrieren bzw. gaben so manch eine Entscheidung für einen soziokratischen Lernprozess an die Gruppe zurück. Dabei waren die täglichen Rituale im Morgenkreis hilfreich: Zeit für ein persönliches „Check-in“, und jeweils ein kleiner Briefkasten für „Loveletters“ und „Announcements“. Der Grundtenor war jedoch eine enorme Begeisterung für diese Art von Gemeinschaftserfahrung, die Bereitschaft einander zuzuhören und die kreierte vertrauensvolle Atmosphäre, die es ermöglichte, einander authentisch und in allen Emotionen zu begegnen.

Nach dreizehn Tagen fuhren alle mit vielen neuen Freundschaften und vor allem ein großen Dankbarkeit der Gemeinschaft gegenüber nach Hause, die die gesamte Gruppe ausgesprochen herzlich willkommen geheißen hat.

Mehr Infos über ähnliche Projekte unter:
Yestosustainability.wordpress.com
Facebookgruppen zu ERASMUS+ / Youth Exchange
Salto-Youth.net, insbesondere für europaweite Erasmus-finanzierte Trainingsangebote bzw. die deutsche Nationale Agentur unter www.jugendfuereuropa.de